Gondeln

Eine Gondel ist ein venezianischer Bootstyp, der wahrscheinlich erstmals im 11. Jahrhundert aufkam. Es handelt sich um ein schmales Boot von bis zu 11 m Länge und 1,5 m Breite mit weit aufgebogenen Enden. Unter der traditionellen, heute aber aus der Mode geratenen, mittschiffs angeordneten Überdachung befinden sich Sitzplätze für zwei bis sechs Personen.

Die moderne Gondola wird von einem auf dem Heckschnabel (links hinten) stehenden Gondoliere mit nur einem Riemen (remo) vorwärts bewegt. Der mehrere Meter lange Riemen liegt in einer besonderen Vorrichtung, der "Gabel" , die in eine rechteckige Öffnung im Bootskörper auf der Steuerbordseite gesteckt wird.

Eine Gondel besteht aus neun verschiedenen Hölzern, die nach Gewicht, Alter und Trockenheit ausgelesen sind und bestimmten Aufgaben dienen. Eichenholz verwendet man für die beiden oberen Planken und für die Rippen am Leib der Gondel, Kiefer für den Boden und das Vordeck, Lärche für die Seiten und das Hinterdeck, Nussbaum für den Sitz und die vordere Bank, Kirsche für die hintere Bank und für die schiefe Plattform. Ulme und Tanne werden für die Innenbretter, Linde für die Verzierung des Bugs, Ramin verwendet man für die Riemenstange und die Fläche des Riemens ist aus Buchenholz. Die Riemengabel, Forcola genannt, besteht aus Nussbaumholz. Der Rumpf einer Gondel setzt sich aus 280 Teilen zusammen. Der Bau einer Gondel benötigt etwa fünfhundert Stunden. Eine mittlere Gondel kostet durchschnittlich 25.000 Euro. Im Jahre 2008 kostete eine 35 - minütige Gondelfahrt ohne Gesang durchschnittlich tagsüber 80 €, abends ab 19:00 Uhr 100 €.

 

Inzwischen gehen immer mehr Werften dazu über die Gondeln vermehrt aus Sperrholz zu bauen, da es preiswerter, haltbarer und leichter ist.